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Ursachen einer Legasthenie

 

Die Legasthenie ist eine komplexe Störung, deren Ursachen noch immer nicht exakt erforscht sind. Man geht davon aus, dass es möglicherweise verschiedene Ursachen gibt. Sicher ist heute allerdings, dass familiäre Situationen oder schlechte schulische Unterrichtung als Ursache der Legasthenie keine Bedeutung haben und lediglich den Verlauf und den Schweregrad beeinflussen können.

 

In der Ursachenforschung verdanken wir der Neurobiologie wesentliche neue Erkenntnisse. In den Bereichen:

· Genetik (Vererbungslehre)

· auditive Wahrnehmung

· visuelle Wahrnehmung

wurden in den letzten Jahren wesentliche Befunde zum Ursachenverständnis der Legasthenie gewonnen.

 

Genetik

Anhand von molekulargenetischen Methoden wurden an bestimmten Genen Veränderungen festgestellt. Vermutlich regulieren diese Gene Hirnfunktionen, die eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Schriftsprach- erwerb darstellen.

 

Untersuchungen haben ergeben, dass der Anteil der Erblichkeit der Legasthenie ca. 60% beträgt. 40% der Lese- und Rechtschreibfähigkeit sind durch nicht-genetische Faktoren zu erklären. Insgesamt erscheint ein Zusammenwirken von genetischen Faktoren und Umweltfaktoren am Wahrscheinlichsten.

 

Auditive Wahrnehmung

Die auditive Wahrnehmung stellt eine sehr komplexe Fähigkeit dar, die in den unterschiedlichsten Bereichen Störungen aufweisen kann. Bei der Störung des Lesens und Rechtschreibens steht die Wahrnehmung von Sprache und die Verarbeitung von Lauten im Vordergrund. Studien verschiedener Forschergruppen weltweit haben gezeigt, dass es sich bei einer Legasthenie um eine sehr spezielle Hirnfunktionsstörung in Abhängigkeit von der gestellten Aufgabe handelt. Bei sprachrelevanten Aufgaben findet man bei Legasthenikern in den sprachverarbeitenden Hirnregionen geringere Aktivitäten als bei Nicht-Legasthenikern, es liegt also eine spezifische Schwäche für die Sprachwahrnehmung vor.

 

Visuelle Wahrnehmung

Im Vergleich zu den auditiven werden die visuellen Wahrnehmungsstörungen als geringer bedeutend bewertet. Untersuchungen bei Legasthenikern zeigen, dass das Gehirn über den Gehirnabschnitten, die im Wesentlichen bei der Wahrnehmung von Buchstaben aktiviert werden, beim Lesen von Wörtern deutlich geringer aktiviert wird.

Ein weiterer Forschungsansatz beschäftigt sich mit den Blickbewegungen. Die Annahme ist, dass eine gestörte Steuerung der Blickbewegung eine weitere Ursache der Legasthenie darstellt.

Kinder-Coaching

Gabriele Ackermann

Fon: 05425-933061

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